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Miss Music
Linda Perry
Wir hatten die Qual der Wahl zwischen so vielen Musikerinnen, die den Titel „Miss Music“ sicherlich verdient hätten. Doch BLONDE hat sich für eine Dame entschieden, die zwar eine der erfolgreichsten Frauen im Musik-biz ist, deren Name aber trotzdem nie in den Charts steht. Let us introduce to you Linda Perry, die Frau hinter den Kulissen.
Wir müssten nur den Refrain des Hits „What’s Up“ von den 4 Non Blondes anspielen, ihr wüsstet sofort, wer gemeint ist! Anfang der 90er-Jahre, als die meisten von uns wohl noch die Schulbank drückten und unsere Lieblingslektüre „Bravo“ hieß, galt dieser Mega-Hit mit dem unverkennbaren „Hey yeah yeaaah“, den Linda Perry als Rastalocken-Frontfrau mit Zylinder und Fliegerbrille ins Mikrofon grölte, als Hymne für eine ganze Generation. Doch es blieb beim One Hit Wonder, die Band löste sich auf. Was dann aber passierte, klingt wie ein Sat1-Dienstagabend-Film: Perrys Solokarriere floppt, sie ist fast pleite – da klingelt plötzlich ihr größter Fan Alecia Moore durch und bittet sie, Songs für deren Debütalbum zu schreiben. Perry zögert, schreibt aber schließlich der noch unbekannten Sängerin „Get The Party Started“ und „Missundaztood“ auf den Leib – für die Alecia Moore alias niemand Geringeres als Pink mal eben Doppelplatin einfährt. Damit katapultiert sich „Miss Music“ über Nacht zurück an die Spitze des Show-Biz! Seitdem steht die Musikwelt Schlange bei der Godmother of Ohrwurm: Die Songwriterin mit No.1-Garantie bescherte unter anderem Gwen Stefani mit „What You Waiting For?“ eine gigantische Solokarriere und Christina Aguilera mit „Beautiful“ einen Grammy. Ladys, wer also bis hierhin glaubte, die Megastars würden ihre Hits über Liebeskummer und weitere traumatische Erlebnisse im stillen Kämmerlein selbst schreiben, der irrt gewaltig. Vermutlich wären Pink & Co. sogar ohne Perry und ihre goldene Feder niemals so berühmt geworden. Doch das Produzieren von schnellen Hits am Fließband sei für sie langsam zu routinemäßig, schockte die 47-Jährige vor kurzem das Musik-Biz. Sie wolle jetzt mit ihrer Band Deep Dark Robot nach 15 Jahren wieder selbst auf die Bühne. Mit klarer Absage in Richtung Superstars: „Da müsste schon etwas ganz Außergewöhnliches, Tolles kommen, damit ich mich von dem hier abwende. Daran hängt mein Herz.“ Pink, Gwen und alle anderen: Wir müssen jetzt ganz stark sein. Was soll nur aus der Musikwelt ohne Perrys Superhits werden? And we sing: „Hey yeah yeaaah, what’s going on?!“
von Anna Bok
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