Miss Don't Worry Be Happy
Mary Poppins
Für diese Ausgabe haben wir nach einer Person gesucht, der die Sonne aus dem Hintern scheint, die dem Bösen mit einem Lächeln begegnet und die stets ein fröhliches Liedchen auf den Lippen hat.
Ja, an Heidi Klum haben wir auch erst gedacht, aber dann haben wir doch noch etwas tiefer gebuddelt und ein fast vergessenes Idol ausgegraben, von dem wir viel zu lange nichts mehr gehört haben. Wir hätten da einen Vorschlag für die gerade frei gewordene Prime-Time-Sendezeit am Donnerstag... Superkalifragilistischexpialigetisch – dieses eine Wort würde genügen, um unsere „Miss Don’t Worry Be Happy“ vorzustellen. Aber als eine der tragenden Persönlichkeiten unserer Kindheit verdient diese Dame doch noch ein paar Sätze mehr, um ihrer gerecht zu werden. Sie ist das Kindermädchen, das wir alle gern gehabt hätten, und die Dame, die Schornsteinfeger Bert gerne mal entrusst hätte. Die Rede ist natürlich von Schirmakrobatin Mary Poppins. Nicht nur, dass die Lady über allerlei Zauberkräfte verfügt, jede Unordnung mit einem Fingerschnipsen beseitigen kann und Problemen jeglicher Art mit einem Liedchen begegnet, ist sie auch noch eine Grossmeisterin der Verdrängung. Schliesslich behauptet sie seit jeher nach jedem ihrer Abenteuer mit den ihr anvertrauten Kindern, dass diese niemals stattgefunden hätten, und schiebt die absurden Geschichten auf die übersteigerte Fantasie von Kindern im Allgemeinen. Ein Charakterzug, der das Prinzip des „not worrying but being happy“ verkörpert wie kein anderer. Hindernisse und Abgründe kann man nämlich entweder mit Hilfe eines magischen Regenschirms überwinden oder aber mit purer Ignoranz und einem erfundenen Wort, das geschickt von persönlichen Mängeln ablenkt. Womit wir wieder beim Anfang wären: Superkalifragilistischexpialigetisch Jamdididdili dam di dam...
von Turid Reinicke